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Ostia Antica: Die Kampagne 1996

   
  1. Geophysikalische Prospektionskampagne
 
arbeiten
und
ergebnisse
Viersensoriger Magnetometer
Viersensoriger Magneto-
meter auf Meßwagen
Im Juli 1996 konnte in einer ersten Kampagne in nur 8 Meßtagen der gesamte unausgegrabene Bereich der Regio V mit der Fläche von 15 Hektar untersucht werden. Zum Einsatz kam ein Cäsium-Gradiometer SMARTMAG SM4G-Special in Quadro-Sensor-Figuration. (Abb.: H. Becker mit viersensorigem Magnetometer auf Meßwagen) In Kombination mit der Luftbildauswertung können hier ca. 50-60 % der Bebauung dieser Regio erfaßt werden, wobei an einigen Stellen sogar mehrere übereinanderliegende Bebauungsphasen klar erkennbar sind. Als wichtigste Ergebnisse lassen sich folgende Punkte nennen: der lückenlose Nachweis der Stadtmauer und Teile des extramuralen Siedlungsgebietes; eine bislang unbekannte, vollständig von Columbarien gesäumte Gräberstraße entlang der Stadtmauer; der Nachweis des gesamten Straßennetzes der Regio V; eine große Domus im NW der Regio sowie zahlreiche große Insulakomplexe.
Ausschnitt Magnetogramm Regio V
Ausschnitt Magnetogramm Regio V
 

Die wichtigste Entdeckung bildet jedoch eine große frühchristliche Basilika in der Nähe des Südosttores (Via del Sabazeo) innerhalb der Stadtmauer. (Abb.: Ausschnitt Magnetogramm Regio) Über einem ebenfalls klar sichtbaren älteren römischen Großbau errichtet, besteht der insgesamt ca. 80 x 25 m messende Baukomplex aus einer dreischiffigen, querschifflosen Basilika, einem vorgelagerten Atrium sowie einem südlichen Annexbau, der als Baptisterium anzusprechen ist. Es handelt sich hierbei um die bislang größte und aufwendigste Anlage dieser Art in Ostia. Mit einiger Wahrscheinlichkeit läßt sie sich mit der bisher lediglich aus Quellen bekannten konstantinischen Bischofskirche identifizieren, die nach Aussage der Quellen in der Nähe eines der südlichen Tore gelegen haben soll.

teilnehmer M. Heinzelmann (Projektleitung); H. Becker (Landesamt für Denkmalpflege Bayern, geophysikalische Prospektion); K. Eder, M. Stephani (Lehrstuhl für Photogrammetrie und Fernerkundung, TU München); studentische Hilfskräfte: P. Kastenmeier, D. Maier.
 literatur Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Römische Abteilung 104, 1997, 537 ff.